Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hochzoll

Festschrift „100 Jahre“ Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hochzoll

Broschüre

„Das Kinderheim einst und jetzt“ lautet der Schwerpunkt dieser Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hochzoll. Die 92-seitige Broschüre blickt zurück auf die Geschichte der heutigen Jugendhilfe-Einrichtung als „Kath. Kinderheim Augsburg-Hochzoll“ und wirft einen historischen Rückblick auf die Geschichte der Sozialarbeit im 20. Jahrhundert. Neben der Vorstellung des heutigen Angebotsspektrums skizziert die Broschüre einen Ausblick auf den zukünftigen Ausbau dieses Kinder-, Jugend- und Familienhilfezentrums.

Die Broschüre ist in 4 große Kapitel eingeteilt: nach den Vorworten eröffnet eine Kurzchronik unter dem Titel „Vor 100 Jahren: das Katholische Kinderheim Augsburg-Hochzoll“ die Festschrift. In mehreren zeitlichen Abschnitten schildert der Artikel die Geschichte des Kinderheims: die Gründung als „Kinderbewahranstalt“ durch den Hochzoller Stadtprediger Kaplan Josef Wassermann 1908, die pädagogische Leitung der Einrichtung durch Schwestern der St. Josefskongregation in Ursberg, die schwere Zeit während des Ersten Weltkriegs bis zu dessen Ende 1918.

In der Weimarer Republik kommt es aufgrund der wachsenden Bedeutung der Einrichtung in den Jahren 1924/25 zu einer ersten baulichen Erweiterung und Modernisierung des Gebäudes, 1926 gar zu dem Ankauf einer Ökonomie, die dem Kinderheim eigene wirtschaftliche Einnahmen verschaffte. Die Zeit des Nationalsozialismus stellte auch für das Kinderheim ein dunkles Kapitel dar. Die Nachkriegszeit macht eine weitere bauliche Vergrößerung der Einrichtung erforderlich: 1949 wird das inzwischen stattliche Gebäude eingeweiht – es entspricht nun in seinem baulichen Umfang dem heute noch genutzten Hauptgebäude der Jugendhilfe-Einrichtung.

Im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen kommt es in den 60er und 70er Jahren zu einer notwendigen pädagogischen Erneuerung des Kinderheims: die Einführung von Sonderschulen für Lernbehinderte („L“-Schulen) und Schulen für Hörgeschädigte bringt neue Herausforderungen für das Kinderheim, da immer mehr Kinder aus diesem schulischen Umfeld dort ihre Heimat finden und führt schließlich zur Einführung eines Internats für Hörgeschädigte.

In den 70er Jahren steuert das Kinderheim zunächst in eine ungewisse Zukunft: die pädagogische Leitung durch die Ursberger Schwestern ist aufgrund fehlenden Nachwuchses nur noch schwer zu gewährleisten. Der Tod der bisherigen Oberschwester 1976 leitet das Ende der klösterlichen Leitung und gleichzeitig einen grundlegenden pädagogischen Erneuerungsprozess ein: ab 1977 wird das Kinderheim durch den Sozialpädagogen Anton Blusch geleitet. Die Einrichtung wird umstrukturiert und modernisiert, u.a. werden die großen Schlafsäle werden zu 2-Bett-Zimmern umgebaut, die Gruppengrößen werden auf familienorientierte Einheiten verkleinert, ausgebildete Fachkräfte übernehmen die Gruppenleitungen, die ersten Außenwohngruppen werden eingerichtet.

Ab den 1980er Jahren erfährt das Kinderheim eine kontinuierliche Angebotserweiterung, so z.B. durch die Einführung eines Innen- und Außenbetreuten Wohnens für Jugendliche. Anfang der 1990er Jahre wird das Tätigkeitsfeld mit der Eröffnung eines teilstationären Angebotes in Form einer Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) erweitert. In den frühen 2000er Jahren entstehen auch Angebote für Kinder und Jugendliche im Umfeld des Kinderheimes, wie z.B. professionelle Lern- und Förderhilfen, Nachmittagsbetreuung von Schulkindern und Angebote für Migranten.

 

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